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Anwengungshinweise

Das bestreben des Homöopathen ist es, den kranken Menschen von seinen Leiden schnell, sanft und dauerhaft zu befreien. Dies ist aber nur möglich, wenn man den Menschen nicht auf einen abstrakten Krankheitsbegriff reduziert. Dieser Forderung kommt die Suche nach dem Konstitutionsmittel am nächsten. Ist diese aufwendige Suche aber nicht möglich oder nicht erforderlich, kann auch nach dem gestörten Organ, Organkreis, Gewebe oder der am meisten gestörten Funktion gefahndet werden. Je nachdem welche Wirkung erzielt werden soll, hat sich folgende Unterscheidung als praktikabel erwiesen:

a) Organotrope Wirkung richtet sich auf ein umschriebenes Organ oder Gewebe. Das Erkrankungsbild lässt sich häufig auch als Syndrom beschreiben. Dieser Ansatz hat sich bei akuten Krankheiten bewährt, wobei die Homöopathika in tiefen Potenzen eingesetzt werden sollten, d.h. D1 bis D4.

b) Funktiotrope Wirkung umfasst mehrere Organsysteme und deren übergeordnete Funktionen. Diese Betrachtungsweise bewährt sich vor allem bei subakuten Störungen und Leidenszuständen. Hier sollten mittlere Potenzen angewendet werden, d.h D6 bis D12.

c) Personotrope Wirkung, hier kommen die Konstitutionsmittel zum Einsatz, d.h. es werden nicht nur die einzelnen Organe und Funktionen berücksichtigt, sondern darüber hinaus auch die seelische und geistige Sphäre. Das gesamte Erscheinungsbild des kranken Menschen wird einbezogen. Vor allem bei chronischen Störungen ist dieser Weg der königliche und wird er mit großer Sorgfalt beschritten. Dieses Vorgehen ist die eigentliche Domäne der Hahnemann’schen Heilkunst.

Einnahme

Homöopathische Arzneien werden unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen, am besten ist die Einnahme eine halbe Stunde vor der Mahlzeit. Vor der Einnahme wird das Fläschchen 10mal kräftig geschüttelt und die Tropfen vom Handrücken oder in wenig Wasser eingenommen. Tabletten und Globuli läßt man auf der Zunge zergehen. Bei Schmerzzuständen und akuten Krankheitsprozeße können Triturationen und Globuli in ein viertel Liter Wasser aufgelöst und bis zur Besserung kaffeelöffelweise im Abstand von etwa 5 Minuten eingenommen werden.

Wiederholung der Gabe

Die Wiederholung der Einzeldosis richtet sich nach der Art des Leidens, vor allem danach, ob es sich um einen akuten oder chronischen Krankheitsprozess handelt. Aber auch die Rektion des Patienten auf die verabreichte Gabe ist zu beachten und welche Potenzhöhe verabreicht wurde. Als grobe Regel kann gelten, dass eine hohe Potenz selten, eine tiefe Potenz häufiger gegeben werden kann.

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