Homöopathie und SoftwareNachdem man weiß, wie man ein Arzneimittel und die Potenz wählt, ist nun alle Sorgfalt auf die Beobachtung des verabreichten Arzneimittels zu richten. Wirkt das Mittel überhaupt, welche Prognose ist zu erwarten und wie lange hält die Wirkung an? Es kann gar nicht genug betont werden, dass der Mensch in seinen gesunden und kranken Tagen in seinem Verhalten, seinen Befindlichkeiten, in seinem körperlichen Erscheinungsbild individuelle Charakteristiken zeigt. Dies gilt auch in seinen Reaktionen auf ein Arzneimittel hin und muss beachtet werden.
Nach der 1. Gabe eines Arzneimittels lässt sich oft eine Verschlimmerung der Beschwerden beobachten. Folgende Formen sind dabei zu unterscheiden:
Die Verschlimmerung erfolgt rasch, heftig und ist kurz, gefolgt von einer raschen Besserung. Diese Art der Erstverschlimmerung kann als Heilkrisis aufgefasst werden und ist ein gutes Zeichen für eine erfolgreiche Behandlung.
Ist eine langsame Verschlimmerung gefolgt von einer langsamen Besserung zu beobachten, hat man es mit einer ernsthaften Erkrankung zu tun, die aber abgefangen werden kann.
Erfolgt die Verschlimmerung auf eine anfängliche Besserung, kann davon ausgegangen werden, dass das Arzneimittel nicht die Kraft für eine Heilung besitzt. Hier muss ein neues, besseres Arzneimittel gesucht werden.
Treten bei der Verschlimmerung völlig neue Symptome auf, kann die Ursache in einer Unverträglichkeit des Arzneimittels liegen oder dem Auftreten einer neuen Krankheit. Auch hier war die Wahl des Arzneimittels falsch.
Bei einer lang anhaltenden Verschlimmerung ohne Besserung, kann dies bedeuten dass das Arzneimittel falsch gewählt wurde oder das die Lebenskraft durch die Schwere der Erkrankung nicht mehr durch ein homöopathisches Mittel angefacht werden kann.
Ausführlich und vorzüglich behandelt Kent dieses Thema in seinen Vorlesungen zur "Theorie der Homöopathie" in Kapitel 34 und 35.