Homöopathie und SoftwareDie Herstellung und Verarbeitung homöopathischer Arzneimittel ist im homöopathischen Arzneibuch (HAB) gesetzlich geregelt. Sie werden von Firmen hergestellt und über die Apotheken vertrieben. Nur noch wenige homöopathische Ärzte besitzen das Recht zur Selbstdispensierung und stellen ihre homöopathischen Arzneien selbst her. Die Herstellung erfolgt je nach Ausgangsmaterial als Urtinktur, Essenz, Tinktur, Lösung oder Verreibung.
Die flüssigen Ausgangsstoffe (Essenzen, Tinkturen, Lösungen) werden zusammengefasst unter dem Namen Urtinkturen. Die festen Stoffe tragen den Namen Ursubstanzen. Beide erhalten das Kennzeichen 0. Die Urtinktur von Pulsatilla z. B. rezeptiert man: Pulsatilla 0.
Ausgangsstoff ist der Saft frisch gepresster ganzer Pflanzen oder Pflanzenteile (Blüten, Blätter), die mit 90 %igem Alkohol zur Haltbarmachung versetzt werden.
Ausgangsstoff ist die getrocknete, pulverisierte Pflanze oder gequetschte tierische Substanz (Biene, Ameise). Mit 90-60 %igem Alkohol werden je nach Pflanze die Inhaltsstoffe der Droge extrahiert und im Mazerationsverfahren oder durch Perkolation verarbeitet.
Ausgangsstoffe sind lösliche Salze und Säuren. Diese werden je nach Lösungsfähigkeit zu wässrigen oder alkoholischen Lösungen verarbeitet.
Ausgangsmaterial sind unlösliche Mineralien oder fein pulverisierte getrocknete Pflanzen oder Pflanzenteile wie Wurzeln, Samen etc. Durch mindestens einstündiges Verreiben im Mörser werden sie mit Milchzucker zubereitet.
Dilutionen sind alkoholische Arzneiverschüttelungen von verschiedenem Alkoholgehalt. Bei den Potenzen über der D 4 haben sie einen Alkoholgehalt zwischen 25 und 45 %.
Diese sind Milchzuckerverreibungen, in denen der Arzneigehalt von der zugegebenen flüssigen Potenz abhängig ist. Wegen der langen Verreibungsdauer verwenden heute die Firmen eigene Verreibungsmaschinen.
Die Milchzuckerverreibungen können als Tabletten bezogen werden. Die Tabletten sind allerdings nicht in allen Potenzen erhältlich.
Rohrzuckerkügelchen von bestimmter Größe werden in einer Petrischale mit der alkoholischen Potenz benetzt, getrocknet und abgefüllt.
In neuerer Zeit haben auch häufig Ampullen eingesetzt. Die flüssige Arznei wird in Meerwasser oder physiologischer Kochsalzlösung abgefüllt.
Salben sind 10 % Arzneigemische und haben sich in der äußeren Anwendung bewährt.