Homöopathie und SoftwareIn der homöopathischen Betrachtungsweise spielt der Begriff der Konstitution (Verfassung) eine große Rolle. Allgemein kann Konstitution definiert werden als die Gesamtheit aller Eigenschaften eines Individuums. Konstitution drückt sich in der Gestalt eines Menschen, seiner Reaktionsweise wie auch in seiner Leistungs- und Anpassungsfähigkeit aus. Die Konstitution umfasst demnach Körper, Seele und Geist eines Menschen, sie wird teils angeboren und wird teils im Laufe des Lebens modifiziert. Konstitution ist aber auch als die individuelle Eigentümlichkeit einer Person zu verstehen, die in seinem körperliche Habitus, seinem Fingerabdruck, seinen funktionellen Besonderheiten wie in seinen geistigen Einstellungen zum Ausdruck kommt.
Zusammendfassend lässt sich sagen, unter Konstitution versteht man: die angeborene und erworbene geistige, seelische und körperliche Verfassung eines Menschen sowie die damit zusammenhängende Tendenz des Krankheitsverlaufes. Die Phänomenologie der Konstitution ist das Erscheinungsbild des Individuums insgesamt.
Seit dem Altertum gibt es Konstitutionstypen, mit denen man versucht, von der äußeren Erscheinungsform auf die Krankheitsanlagen zu schließen. Hier sollen zur Wiederholung nur kurz die drei Konstitutionstypen nach Kretschmer beschrieben werden:
1. Der Pykniker ist charakterisiert durch einen gedrungen Körperbau mit Rundungen und Fettansatz. Zum Pykniker gehört der zyklothyme Charakter, d.h. Neigung zu Stimmungsschwankungen zwischen großer Heiterkeit und tiefer Traurigkeit. Dies kann sich bis zu manisch-depressiven Erkrankungen steigern.
2. Der leptosome Körperbau ist schmalwüchsig, feingliedrig und asthenisch. Er neigt zu schizothymen Temperament, er baut sich seine eigene kleine Welt und verteidigt sie gegen die Außenwelt. Er kann dabei schwanken zwischen emotionaler Empfindlichkeit und starrer Unerschütterlichkeit. Bei Steigerung ins Abnorme treten schizoide Krankheitszüge auf.
3. Der athletische Körperbau ist muskulös, breitschultrig und kräftig. Er neigt wie der leptosome zum schizothymen Temperament und kann eine deutliche Neigung zur Epilepsie zeigen.
Unter Diathese versteht am die Krankheitsbereitschaft durch krankhafte Beschaffenheit der Gewebe, Säfte oder durch die seelische Anlage. Im Anhang finden sie eine Liste homöopathischer Arzneimittel für folgende Diathesen:
1. Lymphatisch
Bei einer lymphatischen Belastung ist nicht nur die Haut und die Schleimhäute, sondern auch Lymphsystem in seiner Funktion verstärkt betroffen. Hals- und Leistendrüsen, Gekrösedrüsen (maskierte Bauchtuberkulose) mit Appetitlosigkeit, Erbrechen, Nabelkoliken, Pylorospasmus und anderes stehen als Beschwerden im Vordergrund. Im Nasen-Rachenraum kommt es zu einer Vergrößerung der Tonsillen. Bei starker Tuberkulinbelastung kommt es zur Skrofulose. Der Lymphatiker leidet vor allem an exsudativen, hypotonischen, hypotrophischen, tuberkulinischen und psorischen Prozessen. Lymphatiker sind in der Regel schwächlich, unzulänglich, aber liebenswert.
2. Exsudative Diathese
Haut und Schleimhäute sind auch bei der exsudativen Diathese immer stark betroffen. Die Schwächeanlage kann sich schon in der 3. Lebenswoche zeigen und treten um so heftiger auf, je ausgeprägter sie in der Familie eines Elternteils vorkommt. Häufige Beispiele sind: Milchschorf, Asthma, Enteropathien.
3. Lithämische Diathese
Synonym zur lithämischen Diathese wird auch von harnsaurer Diathese gesprochen. Sie bildet den Boden für zahlreiche Krankheiten wie Rheumatismus, Steinkrankheiten, Gefäß‑ und Stoffwechselkrankheiten. Die lithämische Prozesse sind produktiv, hyperton, hypertrophisch, gonorrhoisch, sykotisch. Bevorzugt betroffen sind Herz, Bindegewebe, die Ausscheidungsorgane und der Stoffwechsel.
4. Dyskrasische Diathese
Hier kommt es vornehmlich zu destruktiven, atonischen, atrophischen, luetischen Prozessen. Die Menschen sind unberechenbar, maßlos, aggressiv und gehässig. Die am meisten betroffenen Organe sind das Nervensystem, die Knochen, das Blut und die Gefäße. Man findet oft Anlagen zu Blutkrankheiten, endokrinen Störungen und Präkanzerosen.
Psora |
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