Bedeutung der Symptome und Modalitäten

Symptome spiegeln das innere Wesen der Krankheit nach außen und machen die Krankheit so deutbar. Symptome sollten als Phänomene des kranken Menschen vorurteilslos und wertneutral wahrgenommen werden.

Durch die Symptome erhält man das Krankheitsbild in seiner Charakteristik. Dazu gehört, dass ungewöhnliche, dramatische und sonderliche Zeichen für die Arzneimittelwahl besonders zu beachten sind.

Die homöopathische Behandlung geht von der Individualität des Menschen aus, auch in seinen kranken Tagen. Da sich das Krankheitsbild in seiner Charakteristik aber vor allem in den Krankheitszeichen äußert, werden diese auch detailliert berücksichtigt und auf ihre Bedingungen der Entstehung, Änderung und Einflußfaktoren geachtet. Die Modalitäten können sich dabei beziehen auf:

  • die Zeit: Stunde, Tageszeit, Jahreszeit.
  • die Periodizität: regelmäßige Wiederkehr alle 2, 7, 14 Tage, jedes Frühjahr.
  • die Physikalische Bedingungen wie Wärme oder Kälte.
  • das Wetter: vor oder bei Wetterwechsel, Regen, Schnee, Wind, Gewitter, Nebel.
  • den Ort: Meer, Gebirge, Flüsse, Binnensee, Keller, enge Straßen.
  • die Lage des Körpers: aufrecht, gebeugt; liegend, sitzend.
  • die Bewegung des Körpers: Gehen, schnell oder langsam, Steigen, Fahren.
  • die Funktion der Sinnesorgane: Licht, Lärm, Gerüche, Berührung.
  • die Absonderungen: Schweiß, Blutung, Auswurf bei Husten.

Immer wenn eine deutliche Abhängigkeit des Krankheitsbildes vor diesen Faktoren im Sinne einer Besserung, Verschlechterung oder Verursachung besteht, sind diese Modalitäten bei der homöopathischen Arzneimittelwahl bevorzugt zu berücksichtigen!