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Kurzbiografie von Alfred Kubin (1877 -1959)

Alfred Kubin wird am 10. April 1877 in Leitmeritz an der Elbe in Nordböhmen geboren. Mit drei Jahre zieht die Familie nach Salzburg, wo Kubin seine Kindheit und frühe Jugend verbringt.

Im Alter von 14 Jahren verlässt er vorzeitig das Gymnasium und beginnt eine kunstgewerbliche Ausbildung an der Staatsgewerbeschule Salzburg, die er abbricht. Auch die vierjährige Photographenlehre bei seinem Onkel in Klagenfurt endet mit seiner Entlassung ohne Abschluss.

Im Alter von 20 Jahren erleidet er einen Nervenzusammenbruch bei einer Ausbildung beim Militär und kommt in eine Heilanstalt.

In den Jahren 1900 bis 1904 entstehen die Blätter des Frühwerkes, eindrückliche Symbolfiguren, Visionen sexueller Angst- und Zwangsvorstellungen, Bilder von Folter, Darstellungen der Übermacht und des Ausgeliefertsein. Sie erregen Aufsehen und Empörung zugleich und machen ihn in Münchner Künstlerkreisen rasch bekannt.

Im Alter von 27 Jahren heiratet Kubin und es kommt in dieser Zeit zum allmählichen Versiegen der peinigenden Visionen, was Kubin rückblickend mit einem geregelten Leben in geschlechtlicher Hinsicht deutet.

1906 ziehen Alfred und Hedwig Kubin nach Zwickledt in Oberösterreich, einem einsamen Landsitz. Kubin schreibt innerhalb von wenigen Wochen seinen berühmt gewordenen Roman „Die andere Seite“ und versieht den Roman mit Illustrationen, deren Zeichenstil bis zum Ende seines Lebens charakteristisch wird.

Kubin befasst sich verstärkt mit Buch-Illustration der phantastischen Weltliteratur, mit Illustrationen zu Edgar Allen Poe, Dostojewski, Hauff und anderen.

Es beginnt die lebenslange Freundschaft mit dem Schriftsteller Hans Carossa, der im benachbarten Passau lebt.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges erlahmt seine Schaffenskraft. Kubin wird mehrfach für das Militär gemustert, jedoch jedes mal zurückgestellt. 1916 kommt es durch den Kriegstod von Franz Marc zu einem Wendepunkt in seinem Leben.

1922 fährt Kubin mit einem befreundeten Arzt nach Heidelberg, wo sie in der Psychiatrischen Klinik die „Prinzhorn-Sammlung“ ansehen, eine Ausstellung von künstlerisch begabten Geisteskranken. Unter diesem Eindruck schreibt Kubin den Essay „Die Kunst der Irren“. Im selben Jahr besucht er das Malerehepaar Koeppel erstmals im Bayerischen Wald in der Nähe des Lusen. Der Bayerische und Böhmer Wald werden für Kubin zu einem tiefgreifenden Erlebnis und er kehrt bis ins hohe Alter immer wieder zu Ferienaufenthalten in diese Gegend zurück.

1928 setzt der intensive Briefwechsel mit Hermann Hesse ein.

1929 schreibt Ernst Jünger in der Zeitschrift „Der Widerstand“ eine Rezension zu Kubins Roman „Die andere Seite“ und tritt brieflich mit Kubin in Kontakt; der Briefwechsel hält über 20 Jahre an. Jünger besucht Kubin auch in Zwickledt.

Im Laufe des Jahres 1933 veröffentlicht Kubin mehrere Aufsätze, zu denen „Malerei des Übersinnlichen“ und „Dämmerungswelten“ zählen. Die politischen Veränderungen durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten registriert er abwartend und distanziert.

1937 werden Kubin zu seinem 60. Geburtstages zahlreiche Ehrungen zuteil. Eine große Sonderschau des Künstlerbundes „März“ wird eröffnet. In der Albertina Wien findet eine große Jubiläumsausstellung statt. Auch die Prager Secession zeigt im Herbst eine Kubin-Sonderausstellung.

1947 eröffnet die Neuen Galerie Linz zu seinem 70. Geburtstag das Kubin-Kabinett. Die Albertina Wien veranstaltet erneut eine Jubiläumsausstellung.

Im August 1948 stirbt seine Frau Hedwig nach langer Krankheit.

1949 erscheint das Buch von Wolfgang Schneditz mit dem Titel „Alfred Kubin und seine magische Welt.“

1951 wird Kubin in einem Festakt der Wiener Akademie der Österreichische Staatspreis für Literatur, Musik und Bildende Kunst verliehen.

Am 20. August 1959 stirbt Alfred Kubin.

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